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Geschichte des Backgammon

Backgammon gehört zu einer Familie von Würfel-Wettlaufspielen, die Tausende Jahre alt ist. Auf dem Weg nach Europa hieß es Tabula, Nard, Wurfzabel und Puff — und im Osten wurde daraus Nardy.

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Uralte Würfel-Wettlaufspiele

Spiele, bei denen Steine nach Würfelwurf um ein Brett laufen, gibt es seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Das bekannteste ist das Königliche Spiel von Ur aus Mesopotamien: Ein Brett aus dem Königsfriedhof von Ur, heute im British Museum, stammt aus der Zeit um 2600–2400 v. Chr. 2004 meldeten Archäologen ein Brett mit Spielsteinen aus Schahr-e Sochte, der „Verbrannten Stadt“ im Osten Irans — die Presse nannte es „das älteste Backgammon“, obwohl das Brett anders aussieht. Direkte Vorfahren des Backgammon sind diese Spiele nicht, aber Mitglieder derselben Familie.

Die römische Tabula

Im Römischen Reich spielte man ludus duodecim scriptorum, „das Spiel der zwölf Linien“, und später die Tabula. Sie hatte schon 24 Felder und 15 Steine pro Seite — wie heute. Erhalten ist sogar die Beschreibung einer Partie des byzantinischen Kaisers Zenon (um 480 n. Chr.): Ein Epigramm des Agathias analysiert seinen unglücklichen Wurf, der seine ganze Stellung ruinierte. Anders als heute wurde mit drei Würfeln gespielt, und die Steine begannen außerhalb des Bretts.

Die persische Legende vom Nard

Die persische Überlieferung erzählt, ein indischer König habe das Schachspiel an den Hof von Schah Chosrau I. geschickt und die Perser herausgefordert, die Regeln zu erraten. Der Weise Bozorgmehr löste die Aufgabe — und erfand als Antwort ein neues Spiel, das er nach dem Gründer der Sassaniden-Dynastie benannte: nēw-ardaxšīr, „tapferer Ardaschir“. Aufgeschrieben ist die Legende in einer mittelpersischen Schrift über die Erfindung von Schach und Nard und nacherzählt in Ferdousis Schahname. Aus diesem Namen stammt das Wort Nard — und das russische Nardy.

Wurfzabel und Puff im deutschen Sprachraum

Im Mittelalter hieß das Spiel bei uns Wurfzabel. Zabel bedeutet „Spielbrett“ und geht wie „Tafel“ auf das lateinische tabula zurück. Tische für Wurfzabel werden im deutschsprachigen Raum um 1180 erstmals erwähnt; Mitte des 15. Jahrhunderts stand ein Brett neben dem Schachspiel in den meisten Adelshäusern. Später setzte sich der Name Puff durch — er ahmt das Geräusch der fallenden Würfel nach.

Es gab viele Varianten: beim Konträrzabel oder Gegenpuff zogen die Spieler gegeneinander, beim Langzabel oder Langen Puff beide in dieselbe Richtung vom selben Punkt aus — die Idee, die im Osten als Lange Nardy bis heute lebendig ist. Im 16. Jahrhundert verbreitete sich das französische Tric Trac in Europa. Heute spielt man in Mitteleuropa fast nur noch Backgammon. Mehr zum alten Namen: Puff — das Spiel.

Backgammon in England und Amerika

Das englische Wort backgammon ist seit der Mitte des 17. Jahrhunderts belegt, und Edmond Hoyle schrieb später eine der bekanntesten Abhandlungen über das Spiel. In den 1920er-Jahren führten New Yorker Spielclubs den Verdopplungswürfel ein, der das Spiel spannender und tiefer machte. Das heutige Turnier-Backgammon ist im Kern kurzes Nardy mit Verdopplungswürfel. (Bei NARDEON wird ohne ihn gespielt: Jede Partie zählt fest 1, 2 oder 3 Punkte.)

Kaukasus, Zentralasien, Russland

Von Persien aus verbreitete sich das Spiel im Nahen Osten: türkisch Tavla, arabisch Tawla, in Israel Shesh Besh, griechisch Tavli. Im 17. Jahrhundert war es in Georgien und Aserbaidschan als Nardi bekannt, und über den Kaukasus kam das Wort nach Russland. Im Kaukasus und in Zentralasien gehört Nardy zum Straßen- und Familienleben — in Jerewan, Sumqayıt und Wladikawkas stehen sogar Denkmäler für Nardy-Spieler. Dort wurde die Variante ohne Schlagen, Lange Nardy, zur beliebtesten.

Heute

2024 hat das russische Sportministerium die Regeln von Nardy als Sportart bestätigt, mit mehreren Disziplinen, darunter lange und kurze Nardy. In Deutschland werden Backgammon-Meisterschaften ausgetragen, und gespielt wird längst vor allem online: gegen einen Gegner aus einer anderen Stadt, mit einem Freund per Link oder gegen den Computer.

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Häufige Fragen

Wie alt ist Backgammon?

Würfel-Wettlaufspiele gibt es seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Die römische Tabula hatte schon 24 Felder und 15 Steine pro Spieler. Das Wort backgammon ist im Englischen seit der Mitte des 17. Jahrhunderts belegt.

Wie hieß Backgammon früher in Deutschland?

Wurfzabel, Puff oder Tricktrack. Tische für Wurfzabel werden im deutschsprachigen Raum um 1180 erstmals erwähnt; der Name Puff ahmt das Geräusch fallender Würfel nach.

Woher kommt das Wort Nardy?

Vom persischen nard, einer Kurzform des mittelpersischen nēw-ardaxšīr, „tapferer Ardaschir“ — nach dem Gründer der Sassaniden-Dynastie.

Seit wann gibt es den Verdopplungswürfel?

Er kam in den 1920er-Jahren in New Yorker Spielclubs auf und hat das Spiel spannender und tiefer gemacht. Bei NARDEON wird ohne ihn gespielt.

Aktualisiert: 23. Oktober 2026